Medikamente können wirksam bei der Linderung von Beschwerden helfen, aber ihre Einnahme ohne medizinische Notwendigkeit führt in Teufelskreise.

Ca. 2% der deutschen Bevölkerung sind medikamentenabhängig, wobei die Dunkelziffer als sehr hoch eingeschätzt wird. 65% dieser Gruppe sind Frauen.

Die Entwicklung einer Abhängigkeit von Arzneimitteln passiert meistens unbemerkt, denn

  • die anfängliche ärztliche Verordnung kann zur Legitimation dauerhafter Einnahme benutzt werden
  • Medikamenteneinnahme führt im sozialen Umfeld eher zu Mitgefühl als zu Kritik
  • die Einnahme kann diskret und unbemerkt erfolgen
  • es kommt nicht zu erkennbaren Rauschzuständen
  • die ursprüngliche Symptomatik, die zum Einsatz des Medikaments geführt hat, ist von Entzugserscheinungen, die nach dem Absetzen des Medikaments auftreten können, nicht zu unterscheiden.

Die Einnahme von Schmerzmitteln, Beruhigungs- und Schlafmitteln sowie von leistungssteigernden Medikamenten ist dann unbedenklich, wenn sie unter ärztlicher Kontrolle erfolgt, sodass die richtige Indikation, die richtige Dosis und die richtige Dauer gewährleistet sind. Jede Form der Selbstmedikation von verschreibungspflichtigen Medikamenten ist äußerst bedenklich, besonders wenn gleichzeitiger Konsum von Alkohol erfolgt, denn außer unberechenbaren Wechselwirkungen kommt es auch zur sogenannten Kreuztoleranz: Wer an Alkohol gewöhnt ist, braucht auch höhere Medikamentendosen.

Weitere problematische Umgangsweisen mit Arzneimitteln sind:

  • Sie werden als Alltagsbegleiter zur Optimierung des Allgemeinbefindens eingesetzt.
  • Sie werden prophylaktisch genommen, um zu erwartenden Symptomen entgegenzuwirken (z. B. Kopfschmerzen, Angst).
  • Sie werden eingesetzt, um Konflikte nicht lösen zu müssen.

In meiner Praxis bekommen Sie die Möglichkeit,

  • Ihr eigenes Gebrauchsmuster im Hinblick auf Medikamente herauszufinden
  • problematischen Umgang frühzeitig zu erkennen
  • sich in der Nachsorge einer stationären Suchttherapie begleiten und unterstützen zu lassen.

Besonders ansprechen möchte ich Frauen (als größte Risikogruppe), Menschen mit Hochsensibilität und Menschen mit verschiedenen Formen von Angst.

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